Reformation
  • 17.9.1933
  • 14. p. Tr.
  • 1. Mos. 12,1-3
  • (1)  Und der HERR sprach zu Abraham: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will.
  • (2)  Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.
  • (3)  Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.
  • Die Lektion des Montag Morgens. - Abraham der Vater des verhaßten Volkes. - Abraham haßt auch mancher Christ. Er ist nicht nur Vater eines Volkes, sondern auch Vater des Glaubens. Peinlich, daß wir den Vater der Juden zum Vater unseres Glaubens haben, daß der Segen Gottes uns durch ihn, seine Rasse zugekommen. - Man sucht nach einem deutschen Glauben. Aus dem Fluch über Adam - der Glaube an den Sieg des Guten. Aus dem Gekreuzigten ein heldischer Führer nordischer Art und in den deutschen Märchen entdeckt man die Offenbarung an unser Volk. Wir verwahren uns dagegen, daß unser Heil aus den Juden kommt. Aber es steht geschrieben: V.3. wer Abraham ablehnt als den Vater seines Glaubens - steht unter dem Fluch. Thema: Abraham, der Vater seines Volkes - der Vater unseres Glaubens.
  • Das Volk Abrahams große Merkwürdigkeiten unter allen Völkern - auch wenn man nicht an die Bibel glaubt - seit 1800 Jahren ohne Vaterland und immer noch vorhanden. - Das deutsche Blut untergegangen in Afrika, Spanien, Kleinasien und Italien - ihr selbst ein Mischvolk - aber die Kinder Abrahams Leben auf der ganzen Welt unvermischt bis auf den heutigen Tag. Der Glaube sagt: Der Segen Abrahams über seinen Kindern.

    Auch die Geschichte dieses Volkes anders - -. Jedes Volk rühmt seine Helden - Siegfried - Karl der große - Barbarossa. Aber das Volk Abrahams macht alle seine Großen klein - Mose - Simson - David - Salomon. Andere Völker erzählen von Glanzzeiten Schmachzeiten. Israel von Gehorsam und Ungehorsam. Wir lesen unsere Märchen - Sagen - Volkslieder. Israel seine Psalmen und Propheten. Aber die Halsstarrigkeit dieses Volkes!? Zu der hatten wir gar keine Gelegenheit, weil Gott uns nicht so nahe kam. Wären wir ebenso ein "auserwähltes Volk" gewesen, hätten wir eben solche "Propheten" gehabt dann könnten wir wohl auch etwas von unserer Halsstarrigkeit sagen.

    Man kann fragen: wo bleibt der Segen? Gott wollte immer, aber das halsstarrige Volk hat sich immer selbst darum gebracht. Gottes Verheißungen gehen aber nicht nach wenn und aber - sondern sie sind Ja und Amen. Er hat dem Abraham die Verheißung gehalten - hält sie ihm bis heute durch uns, die wir Kinder seines Glaubens sind. Wäre Abraham nur Stammvater eines Volkes, so würde es diesem Volk nicht anders ergehen - nun aber ist er der Vater aller Gläubigen. Seht doch in die Geschichte dieses Volkes - das hadernd verstarb in der Wüste, aber ein neues Geschlecht - - der "heiße Rest" der Propheten nach der Verbannung - das Pella neben dem untergehenden Jerusalem. Die Kinder nach dem Geist sind wir.

    Christus: Gott kann dem Abraham aus Steinen - - das sind wir. Paulus: Nachkommen Abrahams nach dem Fleisch - bringt den Segen nicht - auch Ismael - nach dem Geist, das sind die, welche ihn zum Vater des Glaubens haben. Segen Abrahams über uns: alle Geschlechter. Deshalb wollen wir uns die Kindschaft Abrahams nicht abstreiten, den Glauben Abrahams nicht ersetzen lassen, den Segen nicht gegen Fluch eintauschen. "Gesegnet -V.3"

    Diese Predigt noch nicht am Ende. Ich breche ab. Nächsten Sonntag.