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5. Stellungnahme zur Bekenntnis-Synode in Lippstadt zur Frage des Gehorsams gegenüber dem Staat (1937)

  • 1. in der Frage der Vermögensverwaltung der »alten Kirche«: sie sei »völlig in die Hand des Staates geraten« und werde von ihm so genutzt, »dass nur die Leute in unsrer Kirche sicher leben, die geneigt sind, dem Staate das zu geben, was er von der Kirche fordert«. Die Bekennende Kirche könne nur durch eigenes »Opfer die freie Verkündigung der frohen Botschaft erhalten« ;
  • 2. in der Frage der Ausbildung der zukünftigen Pfarrer. Der Staat beanspruche die Ausbildung als sein alleiniges Recht. »Setzt Professoren ab, die nach der Schrift lehren, setzt ein, die dem Zeitgeist verfallen sind. Er verbietet es der Kirche, eigene kirchliche Hochschulen zu unterhalten.« Aber die Ausbildung durch die RK geschehe heute trotzdem, allerdings »in Heimlichkeit und Bedrückung« ;
  • 3. in der Frage der Abkündigung der Kirchenaustritte. Sie sei verboten. Aber die Gemeinde müsse erfahren, »wer seine Erwählung dem Herrn vor die Füße geworfen und sein königliches Priestertum um ein Linsengericht verkauft« habe;
  • 4. in der Frage der Kirchenwahl. Hier sei der Bekennenden Kirche jede Äußerung, auch im Gottesdienst, verboten worden. »Hier können wir ja gar nicht gehorchen sind doch schuldig, der Gemeinde zu sagen, was eine Wahl bedeutet und nicht. Können wir uns die Kirche wählen, die uns beliebt — oder uns irgendeiner Mehrheit beugen? «
  • 5. In der Kollektenfrage. Hier sei der RK verboten, eigene Kollekten zu sammeln. Die Hälfte der ca. 100 Inhaftierten sei deswegen im Gefängnis. »Wenn wir uns schrecken lassen, der RK nicht mehr das Opfer zukommen zu lassen, dann (ist) ihre ganze Arbeit am Ende. >Wehe dem, der seine Hand ausstreckt nach dem, das Gott zu eigen gegeben« <.
  • 6. In der Frage der Fürbitte. Hier seien »einige Brüder in Strafe genommen, weil sie für die in Haft Befindlichen öffentlich Fürbitte getan. Man hat uns hoch und heilig  zugesichert, dass man in (die) Verkündigung nicht eingriffe. Und wenn unsre Brüder wegen schandbarer Dinge im Gefängnis säßen, wir wollten um ihre Buße und Bekehrung bitten. Nun aber sind sie in Haft um ihrer Verkündigung — ihres Gehorsams willen. Schon manche Zelle (ist) durch sie zum Tempel u(nd) zur Stätte der Verkündigung geworden. Mancher hat uns wissen lassen, wie das Gebet der G(e)m(ein)d(e) (hilft). — Da sollten wir das öffentliche Gebet einstellen und Gemeinde zur Fürbitte ‚nicht anhalten? «