zu 13

     6.   Zum Treueid gegenüber Staat und Führer (1938)

  • 1. Wir sind bereit, dem Staat und dem Führer einen Treueid zu leisten, da wir als Beamte einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft uns zu einem solchen Eide‘ wenn er vom Staate gefordert wird, verpflichtet wissen.
  • 2. Die Eidesbelehrung des Evangelischen Oberkirchenrates aber geht über das hinaus, was ein Christ überhaupt mit ehrlichem Gewissen beschwören kann. Denn sie will >mehr als nur eine Bestätigung der dem Christen durch das Neue Testament eingeschärften Pflicht, sich der Obrigkeit unterzuordnen.< Das widerspricht aber der Heiligen Schrift, die allen Gehorsam in der Welt gegen Eltern, Lehrer, Obrigkeit usw. begründet und begrenzt.
  • 3. Zudem geht es nicht an, dass wir der weltlichen Obrigkeit verantwortlich gemacht werden sollen für die Erfüllung d e r Amtspflichten, die alleine aus dem mandatum Christi sich herleiten.
  • 4. Wir bitten als Diener der Kirche und deutsche Männer, die z.T. in anderen Amtsstellungen (Offiziere u. a.) einen staatlichen Treueid bereits geleistet haben, unsre Gewissensbedenken nicht zu überhören und uns einen Eid vorzulegen, den wir ohne Beschwerung unsres Gewissens zu leisten vermögen«.