zu 13

     9.   Zum Gemeindewahlrecht bei der Wahl der Presbyter
           (1946)

  • 1. nur solche übersichtlichen Gemeinden, in denen die Gemeindeglieder einander kennen und füreinander verantwortlich wüssten, einer auf den anderen acht habe; nur unter dieser Voraussetzung sei eine echte Kirchenzucht möglich. Langensiepen stellte klar, dass er wisse, dass dies »eine völlige Neuorganisation unserer großstädtischen Gemeinden« bedeute, »aber diese Aufgabe muss unter allen Umständen gelöst werden, wenn das Werk einer kirchlichen Erneuerung überhaupt fruchtbar werden soll«;
  • 2. nur solche Gemeinden, in denen es »wieder namentliche Abendmahlslisten« gebe, in die die Presbyterien diejenigen nach Anmeldung aufnehmen, die sich zum Gottesdienst halten und nicht durch »anstößigen Lebenswandel« Ärgernis erregen;
  • 3. nur solche Gemeinden, in denen die Presbyterien die »Lehrzucht« und die »Sittenzucht« handhaben. Bei denjenigen, »die Wort und Sakrament verachten«, werde die Lehrzucht angewandt, bei denjenigen, die einen Lebenswandel führten, »der der Gemeinde einen schweren öffentlichen Anstoß« gebe, die Sittenzucht. Langensiepen bekennt aber hier zum ersten Mal, dass nur die Lehrzucht möglich sei, und zwar nicht nur, wie die Kirchenordnung bestimme, gegenüber denjenigen, die den christlichen Glauben »ausdrücklich verwerfen und verspotten«, sondern auch gegenüber denen, die sich beharrlich und unbegründet weigerten, am Gottesdienst teilzunehmen;
  • 4. nur solche Gemeinden, die nicht ihre Steuern durch den Staat erheben lassen, sondern in denen die Beträge eingesammelt werden. »Schon lange hat sich bei allen ernsthaften Christen der Gedanke Bahn gebrochen, dass die Gemeinde Jesu Christi von dem Rechte einer staatlich privilegierten Zwangsbesteuerung keinen Gebrauch machen darf. Und zu einer Neuordnung der Gemeinde würde gehören, dass auch dieser Punkt endlich in Ordnung kommt«.